Region der LebensretterBei einem Herz-Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde. So manches Mal sind ausgebildete Fachkräfte in solchen Notfällen viel näher als ein Rettungswagen. Doch wie bekommen sie mit, dass sie in der Nachbarschaft gefragt sind?
Die Lösung bietet der Verein Region der Lebensretter: Dort können sich medizinische Fachkräfte - egal ob ehrenamtliche oder berufliche - registrieren lassen. Über ihr Handy alarmiert sie die Leitstelle vollautomatisch, wenn ein Notruf über die Telefonnummer 112 eingegangen ist.
Und das geht auch im Hohenlohekreis: In Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Hohenlohe ist dank großem ehrenamtlichem Engagement von Jürgen Bollgönn-Kirch von der Bereitschaft Bretzfeld und der finanziellen Unterstützung der Albert-Berner-Stiftung, der Stiftung des Hohenlohekreises, der Lions im Hohenlohekreis, der Sparkasse Hohenlohekreis, der Volksbank Hohenlohe und der Raiffeisenbank Hohenloher Land das System nun auch hierzulande in Betrieb gegangen. In kurzer Zeit haben sich weit über 200 Freiwillige dazu angemeldet, und wollen schnelle Hilfe leisten. Es gab auch schon etliche Einsätze.
Für Menschen, die einen notleidenden Herzpatienten vor sich haben, ändert das neue Angebot überhaupt nichts. Sie rufen weiter die Nummer 112 ohne Vorwahl von ihrem Handy oder Festnetz-Telefonanschluss an. Ein Disponent der Leitstelle befragt sie dann. Über seinen Rechner alarmiert er schnelle Hilfe: Das ist und bleibt auch weiter der Rettungsdienst. Allerdings wird der Ort des Notfalls bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand automatisch auch an das System der Region der Lebensretter übertragen. Das vergleicht anhand einer Ortung der angemeldeten Handys, ob Freiwillige schneller dort sein könnten als ein Rettungswagen. Wenn das so ist, schrillen deren Mobiltelefone. Die nächsten Helfer werden an den Unglücksort geschickt, weitere zum nächsten öffentlichen Defibrillator gelotst, damit sie diesen zur Unterstützung bringen.
Dazu ist es noch notwendig, dass viele diese lebensrettenden Geräte im Hohenlohekreis in eine Datenbank mit Foto, Standort und Details erfasst werden. Das erfolgt über die Internetseite der Region der Lebensretter. Wer als Helfer registriert werden will, kann dies ebenfalls darüber oder die kostenlose App tun, die für Handys verfügbar ist. Nur anmelden und gleich helfen - so einfach ist es nicht. Jeder Antrag wird geprüft: Schließlich werden nur Freiwillige freigeschaltet, die eine entsprechende Ausbildung für die Reanimation haben und dies nachweisen können.
Neben Menschen, die in medizinischen Berufen tätig sind, haben sich Ehrenamtliche und Hauptamtliche des DRK und Freiwillige anderer Hilfsorganisationen im Hohenlohekreis oder aus anderen Landkreisen angemeldet. Denn die Region der Lebensretter macht nicht an der Kreisgrenze halt.
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